GESUNDHEITSINFOS

DNA-Tests können dir nicht nur dabei helfen mehr über deine Vorfahren zu erfahren, sondern auch etwas über deine genetischen Veranlagungen. Personalisierte Medizin ist heute keine Zukunftsmusik mehr, gehört aber zum jetzigen Zeitpunkt nur für die wenigsten Menschen zum Alltag. Im Gesundheitswesen gilt nämlich das Wirtschaftlichkeitsprinzip und die Behandlungsmethoden sind für die breite Masse konzipiert. Für spezielle DNA-Untersuchungen müssen deshalb immer triftige Gründe vorliegen.

Manche Menschen reagieren ganz anders auf Medikamente, Lebensmittel etc. als andere und Anbieter wie DNAfit versprechen uns anhand unserer DNA Auskunft über die eigenen Veranlagungen zu geben, damit wir das neue Wissen bei zukünftigen Entscheidungen mitberücksichtigen können. Speziell auf die DNA zugeschnittene Ernährungsweise oder die Wahl der richtigen Sportart sowie Trainingszeiten sollen unser Potenzial steigern. Und inzwischen gibt es tatsächlich mehrere positive Berichte von Sportlern, die im Einklang mit ihren Genen trainieren und ihre Ziele auf diese Weise besser und schneller erreichen als früher. Sogar einen auf die DNA-Ergebnisse der Teilnehmer abgestimmtes Bootcamp gibt es bereits, wie man in diesem Artikel nachlesen kann:

Mich haben gleich drei Anbieter darauf hingewiesen, dass aufgrund meiner genetischen Veranlagung für mich die Wahrscheinlichkeit besonders hoch sei einen Vitamin B12-Mangel zu entwickeln. Das finde wichtig zu wissen, da ich mich seit Jahren vegetarisch ernähre und deshalb ohnehin in die Risikogruppe in Bezug auf dieses hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln vorkommende Vitamin gehöre. Ohne dass ich nur das Geringste ahnte, war mein Körper so möglicherweise jahrelang auf eine doppelte Weise benachteiligt.

(Und als ich in meiner DNAfit-Übersicht gelesen habe, dass ich laut ihrer DNA-Auswertung empfindlich auf Salz reagieren soll, musste ich schmunzeln. Denn ich mag salzige Produkte tatsächlich nicht und wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin, bereitet sie u.a. den Salat in zwei Varianten zu – ungesalzen für mich und gesalzen für alle anderen “normalen” Menschen. Nur habe ich nie darüber nachgedacht, dass diese Eigenart irgendwie mit meiner DNA zusammenhängen könnte.)

Auch 23andme, Ancestry und MyHeritage bieten ihre Kunden Gesundheitsinformationen an, allerdings nicht für deutsche Kunden. Es sind nämlich auch Informationen zu Erbkrankheiten (u.a. Brustkrebs) dabei und in Deutschland ist bei genetischen Tests eine genetische Beratung zwingend vorgeschrieben. Dass solch ein Test aber ein potenzieller Lebensretter sein kann, zeigt der Fall von Lara Diamond, die dank 23andme von ihrer BRCA2 (6174delT) Mutation erfuhr und sich anschließend gründlich untersuchen ließ. So konnte sehr frühzeitig ein winziger bösartiger Tumor bei ihr entdeckt werden: https://larasgenealogy.blogspot.com/2013/11/how-genealogy-saved-or-significantly.html

Weitere Anbieter sind Promethease, Codegen, GenetiConcept (wurde inzwischen von Oh my Genes übernommen), Genomelink, GenePlaza, LiveWello und viele mehr.

Bevor man seine DNA-Daten bei den Drittanbietern hochlädt, sollte man sich über folgende Punkte Gedanken machen:

  • ob die Anbieter bereits gut bekannt sind, denn man traut ihnen hochsensible Daten an
  • dass das neu erworbene Wissen über eine Veranlagung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann
  • dass die Forschung sich noch am Anfang befindet und es noch viele Studien zu den Ergebnissen bedarf
  • dass eine genetische Veranlagung noch nicht alles ist – zum einen sind oft mehrere Gene an der Ausprägung einer bestimmten Eigenschaft beteiligt und zum anderen können auch andere Faktoren wie der Lebenswandel und Stressbelastung eine entscheidende Rolle spielen

Nichtsdestotrotz wird man seine Lebensqualität möglicherweise enorm steigern können, wenn man über seine individuellen Veranlagungen Bescheid weiß und dieses Wissen entsprechend umsetzt.

Letztes Update erfolgte am 19.01.2021