ÜBER MICH

Hallo, ich bin Eleonora Haas

Willkommen auf

meinem Blog!

Seit ich Anfang 2014 das erste Mal von den kommerziellen DNA-Tests in der USA gehört habe, ist die DNA-Genealogie aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Die Möglichkeit mittels DNA vor Jahrzehnten verlorengegangene Kontakte zu Familienangehörigen herzustellen und dadurch mehr von seiner eigenen Familiengeschichte zu erfahren, hat mich augenblicklich fasziniert!

Auf diese Weise hoffte ich damals etwas Licht ins Dunkel über die Familie meines Großvaters mütterlicherseits zu bringen, der nach dem Tod seiner Eltern in einem Waisenhaus aufgewachsen war. Mein Opa soll eine Tante gehabt haben, die mit ihren beiden Kindern kurz vor seiner Geburt nach Kanada oder in die USA auswanderte. Obwohl wir keine anderen Informationen über sie hatten und nicht einmal ihren Namen wussten, konnte dieses Familienrätsel dank der DNA-Genealogie rund 108 Jahre nach ihrer Auswanderung tatsächlich gelöst werden!!!

Nach meinem ersten DNA-Test bei 23andme im März 2014, folgten schnell weitere bei FTDNA und Ancestry (bei MyHeritage erst ab Ende 2016 ) und ich stellte erstaunt fest, dass ich in ihren Datenbanken Hunderte von DNA-Treffern hatte! (Wie gerne hätte ich von meinen entfernten amerikanischen Verwandten schon vor zwanzig Jahren gewusst, als ich das Schuljahr 1998/99 als Austauschschülerin in den USA verbrachte!)

Von Anfang an versuchte ich so viel wie möglich über die DNA-Genealogie zu lernen und nahm dazu im Oktober 2015 sogar an der Heritage Books-Konferenz auf einer Kreuzfahrt durch Südamerika teil, die von CeCe Moore, Angie Bush und Blaine Bettinger geleitet wurde und diese drei schon damals zu den bedeutendsten Experten auf diesem Gebiet zählten.

Inzwischen wurden viele neue Tools & Techniken entwickelt und es gibt heutzutage hervorragende Webinare, die man sich ganz bequem von Zuhause aus anschauen kann. Dennoch war es mir eine besondere Freude ein weiteres Mal persönlich teilzunehmen; dieses Mal an der I4GG-Konferenz in San Diego im Dezember 2018, nachdem die Lösung alter Kriminalfälle mittels der DNA-Genealogie große Schlagzeilen gemacht hatte.

Auch in Bezug auf die traditionelle Papierforschung ist inzwischen sehr viel passiert. Als Kind verbrachte ich sehr viel Zeit mit meinen wolgadeutschen Großeltern mütterlicherseits und hörte gern zu, wenn meine Oma aus ihrem Leben erzählte. Doch wie bei vielen anderen Menschen auch, ging mein Wissen am Anfang nicht über meine Urgroßeltern hinaus. Zum Glück reichten diese Information trotzdem aus, um mithilfe der Kirchenbücher und Volkszählungen die Spur meiner Vorfahren aufzunehmen, so dass diese, insbesondere auf der Linie meiner Großmutter, bis zu den Erstkolonisten an der Wolga im Jahr 1767 verfolgt werden konnten. Es stellte sich zudem heraus, dass es auch auf der Seite meiner Oma zahlreiche Auswanderer in die USA gab, deren Nachkommen sich heute ebenfalls für ihre Wurzeln interessieren und meine Papierforschung deshalb auch durch die DNA bestätigt werden konnte.

Im Mai 2018 reiste ich nach Russland und besuchte dort die beiden Archive in Engels und Saratow an der Wolga. Es war ein ganz besonderes Gefühl in den alten Kirchenbüchern zu blättern und die Eintragungen über meine Vorfahren zu lesen. Auch wenn mir heute neben den Familienlinien meiner Großmutter auch viele Vorfahren meines Großvaters bekannt sind, gibt es auf seiner Seite noch viel zu tun.

Mit mehreren DNA-Tests im Gepäck besuchte ich auch die Verwandten seitens meines russischen Vaters in Sibirien. Es stellte sich heraus, dass es auch dort noch mehrere Familienrätsel zu lösen gibt! Die Mutter meines russischen Großvaters väterlicherseits soll mit großer Wahrscheinlichkeit einer der indigenen Gemeinschaften der Völker des Hohen Nordens angehört haben und ich würde so gerne mehr über ihre Herkunft herausfinden. Mein Vater und ich haben zudem sehr viele DNA-Treffer aus Finnland und möglicherweise gibt es hier einen Zusammenhang.

Ebenso interessant finde ich die Herkunft der Mutter meiner russischen Großmutter väterlicherseits, die aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie stammte und eine geborene Zenkova war. Es ist gut möglich, dass es sich bei ihrer Familie um einen Seitenzweig einer berühmten russischen Kaufmannsfamilie gleichen Namens aus Petropavlovsk handelte, zu der auch der Architekt der Zenkov-Kathedrale in Almaty gehörte. Doch bevor ich mehr dazu sagen kann, liegt vor mir noch viel Arbeit in den Archiven (und auch die Suche nach den Nachkommen dieser Familie, die für einen DNA-Test bereit wären).

Die DNA-Genealogie schafft es die Menschen auf eine sehr besondere Weise miteinander zu verbinden – sowohl geographisch als auch historisch. Ich hätte es vorher nie für möglich gehalten, aber nach meinem mtDNA-Test vor zwei Jahren ergab sich sogar eine entfernte genetische Verbindung zu den heutigen Franko-Kanadiern durch eine der ersten Siedlerinnen von Montreal!

Zum Schluss möchte ich noch hinzufügen, dass ich eine unabhängige Bloggerin bin und nicht im Auftrag der DNA-Firmen handle. Auch wenn meine Begeisterung für dieses Thema in den Artikeln deutlich erkennbar ist, versuche ich dennoch auch einen kritischen Blick auf die DNA-Genealogie zu bewahren. Die Konsequenzen und Gefahren, z.B. des Datenmissbrauchs durch Dritte, sind mir durchaus bewusst. Jeder Mensch sollte sich gründlich informieren und die Vorteile und Nachteile der DNA-Genealogie für sein persönliches Vorhaben gut gegeneinander abwägen. Ich hoffe mit meinem Blog einen Beitrag dazu zu leisten und darüber hinaus einen fairen öffentlichen Diskurs über die Möglichkeiten und Risiken der DNA-Genealogie anzustoßen.

Herzlich Willkommen!